Der Helm

 

Spangenhelm

nach inspirationen

des stuttgarter Psalter

um 830 n.Chr.

 

Der Nasalhelm

Der Nasalhelm war ein mittelalterlicher Helmtypus, der sich aus den konischen Spangenhelmen und Bügelhelmen entwickelt hatte. Die nur in wenigen Originalexemplaren erhaltene Helmform erscheint besonders im 11./12. Jahrhundert auf zahlreichen Bildquellen, wurde allerdings noch bis ins ausgehende 13. Jahrhundert verwendet. 

Der Nasalhelm war eine Variante des Spangenhelms oder des Bügelhelms, der über ein Nasenstück (Nasal) verfügte, welches manchmal zum unteren Ende zunehmend breiter wird. Die Helmglocke läuft spitz zu, wodurch der Schutzeffekt erhöht wird. Ab dem 10. Jahrhundert wurde der Nasalhelm, im Gegensatz zum mehrteiligen Spangenhelm und zweiteiligen Bügelhelm, zunehmend nur noch aus einer einzigen Eisenplatte geschmiedet. Unter dem Nasalhelm wurde als zusätzlicher Schutz oft eine Haube aus Kettengeflecht getragen. Der Nasalhelm ist fälschlicherweise auch als Normannenhelm bekannt, obwohl er in ganz Europa verwendet wurde.

Die meisten Nasalhelme wurden in den slawisch besiedelten Gebieten Mittel- und Osteuropas gefunden. Die Verbindung mit den Normannen könnte auf die Bekanntheit des Teppichs von Bayeux zurückgehen, auf dem zahlreiche normannische Ritter mit einem Nasalhelm abgebildet sind. Auch die auf dem Teppich abgebildeten Angelsachsen tragen Nasalhelme, was von der Verbreitung des oftmals für ausschließlich normannisch gehaltenen Helmes zeugt. Ein Nasalhelm mit einem besonders breiten Nasenstück konnte die Identität seines Trägers verbergen, was auch auf dem Teppich von Bayeux angedeutet wird.

Im 13. Jahrhundert wurde der Topfhelm zum bevorzugten Kopfschutz des kämpfenden west- und mitteleuropäischen Adels, doch wurde der Nasalhelm erst gegen Ende desselben Jahrhunderts vollständig von anderen Helmarten verdrängt.

Ähnlich wie die jüngeren Topf- und Kübelhelme waren auch viele Nasalhelme ursprünglich heraldisch bemalt oder trugen eine Helmzier. Eine Miniatur im Liber ad honorem Augusti sive de rebus Siculis des Petrus de Ebulo (1195/97, Bern, Burgerbibliothek) deutet darauf hin, dass Kreuzfahrer sich durch eine entsprechende Helmbemalung auswiesen.

Einige der wenigen erhaltenen Originalhelme werden am unteren Rand durch Lochungen unterbrochen, die in der Literatur gelegentlich als "Nietlochungen" interpretiert werden. Tatsächlich dürfte es sich hier um Bohrungen zur Befestigung einer Helmpolsterung handeln, oder in den Löchern wurde ein Ringpanzergeflecht als Halsschutz eingehängt. Solche "Halsbergen" scheinen ab dem frühen 12. Jahrhundert verwendet worden zu sein. Jüngere Nasalhelme tragen dementsprechend auch meist einen kleinen Haken am Ende des Naseneisens. Die Halsberge konnte so hochgezogen werden und schützte nun auch die untere Kopfhälfte, machte ihren Träger aber weitgehend unkenntlich. Diese "Vollverkleidung" des Kopfes führte schließlich zur Entwicklung der Topf- und Kübelhelme des Hochmittelalters. 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nasalhelm 

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Ausschnitt aus der Maciejowski-Bibel  

 

Eingefärbter Nasalhelm

in Anlehnung an das Fresco

von Sigena ca 1180-1190

Quelle: Übereibeitetes Fresco von Sigena von Comthurey Alpinum

 

 

Italo-Normannischer Maskenhelm

Um circa 1030 n. Chr.

Dieser Helm ist nach einem Wandgemälde in der Kirche des Heiligen Johannes und Paulus in Spoleto (Umbrien in Italien) gefertigt, entstanden ist das Gemälde um circa 1170.

Hier kann man eine frühe weiterentwicklung des typischen Nasalhelmes sehen. Es wurde zu dem Nasenschutz eine komplette Gesichtsplatte hinzugefügt um das komplette Gesicht zu schützen. Quasi ein vorläufer der späteren Topfhelme.

 

 

Die Hirnhaube 

Eine Hirnhaube (auch Eisenhaube, ital. Cervelliera oder Segretta in Testa) ist eine eng anliegende, die Schädeldecke und Stirnpartie schützende Eisenkappe, die im frühen 13. Jahrhundert aufkam. 

Sie wurde typischerweise in Verbindung mit der aus Ringpanzergeflech bestehenden Helmbrünne unter einem Topfhelm getragen. Im 14. Jahrhundert wurde die Hirnhaube von der aus ihr hervorgegangenen Beckenhaube verdrängt, fand jedoch in geringfügig modifizierter Form unter den Kriegsknechten des frühen 16. Jahrhunderts erneut Verbreitung 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnhaube 

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Ausschnitt aus der Maciejowski-Bibel   

 

Der Eisenhut

Der Eisenhut (franz. Chapel de fer) war ein im Hochmittelalter entstandener, schlichter Helmtypus in der Form eines Hutes mit Krempe.

Der Eisenhut kam wahrscheinlich im 11. Jahrhundert in Byzanz auf und war zum Teil auch von annähernd konischer Form. Die Helmglocke war komplett von einer breiten, teilweise nach unten gebogenen Krempe umgeben. Der Eisenhut schränkte Sicht und Atmung nicht ein und bot Schutz gegen von oben ausgeführte Angriffe (z. B. gegen Säbelhiebe von Reitern oder Wurfgeschosse von Verteidigern einer Festung).

Dieser Helmtypus war vor allem beim einfachen Fußvolk beliebt, doch trugen gelegentlich auch Ritter unter Bedingungen wie Hitze einen Eisenhut, manchmal ergänzten sie ihn auch um einen am Brustpanzer befestigten Kinnschutz (Bart). In der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte man aus dem Eisenhut die Schaller, indem man die Krempe auf der einen Seite zu einem Nackenschirm verlängerte und sie auf der anderen Seite stark verkürzte. Der Eisenhut war während des gesamten Hoch- und Spätmittelalters in ganz Europa gebräuchlich, bis im 16. Jahrhundert Helmarten wie der Morion und der Cabasset aus ihm entstanden und ihn verdrängten. Im 17. Jahrhundert kamen Eisenhüte auf, bei denen es sich um Nachbildungen von Hüten der damaligen Zivilmode handelte

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhut_(Helm) 

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Eisenhut nach 

Maciejowski-Bibel  13.Jhd.

Ausschnitt aus der Maciejowski-Bibel  

 

 

Eisenhut 13. Jhd.

 

 

Der Topfhelm 

Der Topfhelm war ein annähernd zylindrisch geformter Helmtypus, der im frühen 13. Jahrhundert in Europa aufkam und bis in das 14. Jahrhundert hinein gebräuchlich war. Andere Bezeichnungen sind Fasshelm oder Kübelhelm. Der Kübelhelm wird allerdings als Weiterentwicklung des älteren Topfhelmes angesehen. Eine zeitgenössische mittelhochdeutsche Bezeichnung für beide Helmtypen ist Helmvaz (Nibelungenlied, um 1190/1200). 

Entwicklung

Die Entwicklung des Topfhelmes war eine Reaktion auf die geänderten Kampftaktiken des Hochmittelalters. Die Einführung des Steigbügels ermöglichte es, den Gegner mit eingelegter Lanze anzugreifen und direkt auf dessen Kopf zu zielen. Im Frühmittelalter waren leichte Stoß- und Wurflanzen gebräuchlich, nun wurde die Waffe immer länger und schwerer. Die alten Nasalhelme boten keinen ausreichenden Schutz mehr, eine „Vollverkleidung“ des Kopfes war notwendig geworden. Nach Ortwin Gamber (1977) könnte die Entwicklung des Topfhelmes auch auf Anregungen aus dem Orient zurückgehen, die während des Dritte Kreuzzuges (1189-1192) im Heiligen Land aufgenommen und in Europa weiterentwickelt wurden.

Der seit dem 9. Jahrhundert verwendete Nasalhelm wurde immer häufiger aus einer einzigen Eisenplatte hergestellt. Als Variante des konisch geformten Nasalhelms entstand im 12. Jahrhundert ein aus einer Platte gefertigter, zylindrischer Helm. Dieser Helm besaß eine annähernd so hohe Helmglocke wie der Nasalhelm und konnte ebenfalls mit einem Nasenstück versehen werden. Aufgrund der zylindrischen Form entstand ein größerer Raum zwischen Schädeldecke und Helm, was den Schutzeffekt erhöhte. Es entstand bald eine Variante dieses Helmes, die mit einem festen Visier ausgestattet war. Ein solcher Helm verbarg die Identität seines Trägers in hohem Maße, wodurch die Weiterentwicklung der Heraldik begünstigt wurde. Bei Turnieren wurden plastisch ausgestaltete heraldische Elemente (als Helmzier bezeichnet) auch auf dem Topfhelm selbst angebracht.

Die frühe Version des Topfhelms mit Helmglocke und festem Visier wurde durch den Schutz des Nackenbereiches vervollständigt, so dass bei der späteren Variante des Topfhelms der gesamte Kopf umschlossen war. Unter dem Helm wurde in der Regel noch eine enganliegende eiserne Hirnhaube oder Beckenhaube getragen, die mit einer kapuzenförmigen Helmbrünne verbunden war. Auf diese Weise konnte der Träger den schweren Topf- bzw. Kübelhelm je nach Kampfsituation auch abnehmen, um bessere Sicht und Atmung zu haben und dabei dennoch ausreichend geschützt sein.

Im Laufe der Zeit wurde die Form der großen Helme der menschlichen Schädelform bzw. Beckenhaube immer stärker angepasst. Im 14. Jahrhundert wurde der Kübelhelm allmählich von anderen Helmformen wie der Hundsgugel verdrängt, die mit ihrer hohen Helmglocke und dem langen, spitzen Visier einen besseren Schutz bot und einen Überhelm entbehrlich werden liess.

Material

Die Materialstärken originaler mittelalterlicher Topf- und Kübelhelme betragen zwischen zwei und vier Millimeter. Je nach Ausführung waren die Helme ohne Helmzier zwischen zwei und fünf Kilo schwer. Funeralhelme nachmittelalterlicher Zeitstellung weisen manchmal Materialstärken von nur einem Millimeter auf.

Die Helme bestanden aus relativ kohlenstoffarmen Eisenblech, das durch Hämmern aus dem Rohbarren ausgeformt wurde. Sie waren meist aus mindestens drei Einzelblechen gefertigt, die zusammengenietet wurden. Die Innenseite war in der Regel gepolstert, wie es zahlreiche kleine Bohrungen für das Helmfutter belegen. Manchmal trug der Krieger zusätzlich einen gepolsterten Ring oder eine Ringkappe über seiner Ketten- oder Beckenhaube. Ein erbeuteter oder geerbter Helm konnte so an die individuelle Kopfgröße des neuen Besitzers angepasst werden. Die Helmzier war durch Schnüre oder Lederriemen, die durch kleine Öffnungen in der Scheitelplatte geführt wurden, mit dem Helm verbunden. Gelegentlich war die Helmzier auch an den Seiten befestigt.

Der Kübelhelm

Der Kübelhelm wird in der spärlichen Fachliteratur meist als Weiterentwicklung des Topfhelmes angesehen. Ursprünglich scheint der Topfhelm über der Ringpanzerhaube getragen worden zu sein. Etwas später verwendete man zusätzlich kleine eiserne Hirnhauben, aus denen sich die Beckenhaube entwickelte. Dies bedingte eine noch voluminösere Form des Topfhelmes, der ja nun über die Beckenhaube gestülpt werden musste. Der oft flache Scheitelbereich der großen Helme wurde dementsprechend der gerundeten Form der Beckenhaube angepasst. Die kreuzförmigen Schlitze am Unterrand der Frontplatten dienten zum Einhängen der Knebel der Waffenketten, mit denen der Helm oft mit der Brustplatte eines Lentners oder Plattenrockes verbunden war.

Die Begriffe Topfhelm und Kübelhelm entstanden allerdings erst im 19. Jahrhundert. Eine genaue Abgrenzung beider nahe verwandter Helmtypen ist deshalb schwierig. Meist werden die großen Reiterhelme ab etwa der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Kübelhelme bezeichnet, die über einer Beckenhaube getragen wurden. Die Übergangsphase zwischen beiden Helmtypen beginnt im späten 13. Jahrhundert. Der originale Zusammenhang eines erhaltenen Kübelhelms mit einer Beckenhaube ist allerdings nicht mehr dokumentierbar. Eine Beckenhaube aus dem Fundgut der hessischen Burg Tannenberg wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ob dieser Unterhelm zusammen mit dem nur in Fragmenten erhaltenen Tannenberger Kübelhelm (heute rekonstruiert) getragen wurde, bleibt jedoch spekulativ.

Auf zahlreichen Grabdenkmälern und Epitaphien wird dieser Zusammenhang jedoch deutlich. Derartige Darstellungen haben sich vor allem im ehemaligen Reichsgebiet und England erhalten. In Frankreich sind nur noch wenige Beispiele vorhanden. Unzählige Platten fielen dort den Bilderstürmen etwa der Reformation und der Französischen Revolution zum Opfer

Im Nahkampf wurde der Kübelhelm wahrscheinlich nach hinten abgeworfen und durch die Waffenketten gehalten. Die offene Beckenhaube schützte den Krieger weiterhin, der schwere Überhelm behinderte die Sicht und Atmung nun nicht mehr, schränkte jedoch die Beweglichkeit ein. Auch diese Helmform war also nur ein Kompromiss, der spätestens gegen Ende des 14. Jahrhunderts weitgehend durch die modifizierte Beckenhaube ersetzt wurde. Dieser ehemalige Unterhelm wurde nun mit einem abnehmbaren Visier versehen, dessen schnauzenförmige Form zusammen mit der „Gugel“ der Beckenhaube zur Entstehung der Bezeichnung „Hundsgugel“ führte.

Beim Tjost wurde der Kübelhelm noch wesentlich länger verwendet als auf dem Schlachtfeld. In der Heraldik gilt der Topf- bzw. Kübelhelm bis in die Gegenwart als der klassische hochmittelalterliche Helmtyp.

Der Topfhelm als Reiterhelm

Die schweren Topf- und Kübelhelme des Hochmittelalters waren ein wirksamer Schutz vor schwerer Gesichtsverletzungen beim Tjost und dem Lanzenangriff auf dem Schlachtfeld. Sie wurden sicherlich erst unmittelbar vor dem Waffengang aufgesetzt. Im anschließenden Nahkampf war ein solcher Helm allerdings eher hinderlich. Die schmalen Sehschlitze boten nur ein sehr eingeschränktes Sichtfeld nach vorne. Angriffe von der Seite waren praktisch nicht erkennbar. Zudem war die Atmung des Kriegers behindert. Besonders im deutschen Sprachgebiet befestigte man deshalb den Helm mittels einer Eisenkette an der Brustplatte eines Lentners oder Plattenrockes. Der schwere Kopfschutz konnte so nicht verloren gehen und rasch über die Ketten- oder Hirnhaube gestülpt werden.

Originalstücke und mittelalterliche Darstellungen deuten jedoch darauf hin, dass derartige Helme auch individuell nach den Wünschen des Trägers angefertigt wurden. Einige Ritter, Edelknechte oder auch nichtritterliche Krieger nahmen offenbar bewusst das Risiko einer Augenverletzung in Kauf, um dafür eine bessere Übersicht über das Kampfgeschehen zu erhalten. So weist auch das Treuchtlinger Exemplar relativ breite Sichtöffnungen auf, durch die eine Lanzenspitze leicht eindringen konnte. Dieser Kopfschutz scheint auch tatsächlich im Nahkampf verwendet worden zu sein. Die massive Beschädigung auf der Scheitelplatte wurde wohl von einem Streithammer oder Streitkolben verursacht. Ob der Träger die Attacke seines Gegners überlebte, ist ungewiss. Möglicherweise rettete ihm eine darunter getragene Beckenhaube zusammen mit der Helmpolsterung das Leben, allein die Schlagwirkung dürfte ihn jedoch bereits außer Gefecht gesetzt haben.

Eine besonders ungewöhnliche Darstellung findet sich am Rand der "Kaufmannschen Kreuzigung" (Prag, um 1340, Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie). Der dort abgebildete Kopfschutz besitzt dreieckige, maskenhafte Sehöffnungen, entspricht aber sonst der typischen Grundform eines späten Kübelhelmes. Die aus Gründen der Tragbarkeit (Mittelaltermärkte, Schaukampf) meist sehr breiten Sehschlitze moderner Reproduktionen müssen also nicht zwangsläufig von den mittelalterlichen Originalen abweichen.

Viele der Helme mit größeren Sichtöffnungen waren wohl als reine Turnierhelme für den Kampf mit dem Schwert oder Streitkolben konzipiert. Hier versuchte der Gegner, die Helmzier des Teilnehmers abzuschlagen. Ein Schutz vor Augenverletzungen war dabei zu vernachlässigen. Die späten, heraldisch meist als "Bügelhelme" bezeichneten Kolbenturnierhelme der frühen Neuzeit besitzen deshalb sehr große Sichtöffnungen, die durch gitterähnliche Metallbügel gesichert waren.

Gelegentlich wurde die linke Hälfte der Frontseite des Helms durch eine zusätzliche Eisenplatte verstärkt, da man hier den Aufprall der gegnerischen Lanze erwartete. Aus diesem Grund versah man auch häufig nur die rechte Seite mit Belüftungsbohrungen, die „Feindseite“ blieb geschlossen. Beim Funeralhelm im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg wurden die Sehschlitze durch vertikale Spangen gesichert. Dieses Exemplar belegt weiterhin, dass die großen Helme des Mittelalters oft brüniert oder bemalt waren, wie es auch auf zahlreichen zeitgenössischen Miniaturen zu sehen ist.

Originale Helmzimiere haben sich nur zu zwei Topf- bzw. Kübelhelmen erhalten. Zu dem Helm des „Schwarzen Prinzen“ in der Kathedrale zu Canterbury gehört ein Hut mit einem stehenden Löwen. Der Begräbnishelm der Herren von Prankh wurde von zwei großen, geschwungenen Büffelhörnern bekrönt. Derartige Helmaufsätze wurden allerdings nur bei Turnieren und Buhurten getragen, auf dem Schlachtfeld hätten sie ihren Träger behindert.

Die wohl älteste Darstellung eines Topfhelmes befindet sich auf dem dritten Reitersiegel des englischen Königs Richard Löwenherz (1194). Die Helmzier dieses frühen Exemplares bestand aus einem heraldisch bemalten Schirmbrett, einer sog. "waele".

Sonderformen und Nachfolger

Auf zahlreichen mittelalterlichen Bildquellen sind Sonderformen der großen Helme erkennbar. Ein Typus besaß eine sehr hohe, meist spitz zulaufende Helmglocke, die an einen Zuckerhut erinnert. In der englischsprachigen Fachliteratur werden solche Exemplare deshalb als „Sugar loaf“-Helme bezeichnet. Einige Autoren meinen, diese Form sollte einen besseren Schutz vor Schwertschlägen gewährleisten, da ein Schwerthieb so an der spitzen Glocke abgleiten konnte. Auch viele Beckenhauben zeigen diese spitz zulaufende Helmglocke, so dass die “Zuckerhut“-Form wohl eine direkte Anpassung des Überhelms an die Beckenhaube war.

Einige Quellen dokumentieren scheinbar Topf- bzw. Kübelhelme mit Klappvisieren. Wahrscheinlich zeigen diese Darstellungen ältere Topfhelmformen, die nachträglich durch das Anbringen von Seitenblechen geschlossen wurden. Möglicherweise wurden die visierähnlichen Vorderbleche auch als Verstärkung auf die Frontseiten aufgenietet. Für die tatsächliche Verwendung von Klappvisieren an Topf- und Kübelhelmen gibt es keine archäologischen Hinweise. Allerdings deutet eine unvollendete, nachträglich hinzugefügte Miniatur im "Codex Manesse" darauf hin, dass in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts kurzzeitig Klappvisiere mit der Grundform der großen Helme kombiniert wurden. Seltsamerweise scheinen die Visiere hier unter den Sehschlitzen an geschlossene reguläre Kübelhelme angefügt worden zu sein, vielleicht um die gefährdete Halspartie des Kriegers zusätzlich zu schützen. Diese Helmform erscheint allerdings sonst auf keinen weiteren mittelalterlichen Bildquellen, setzte sich also nicht in größerem Umfang durch oder ist gar eine "Erfindung" des Schöpfers der Miniatur.

Die späten Kübelhelme des 14. Jahrhunderts entwickelten sich zu Stechhelmen weiter, die noch bis ins 16. Jahrhundert als Kopfschutz beim Tjost verwendet wurden und oft fest mit dem Harnisch des Trägers verschraubt waren. Stechhelme dienen in der Heraldik als Helmzier bürgerlicher Wappen. Adelswappen werden heute meist von Kolbenturnierhelmen („Bügelhelmen“) bekrönt. Der Topfhelm gilt als ältester Helmtyp auf heraldischen Wappen und wird nur vom alten Adel, dessen Wappen sich bis in diese Zeit zurückverfolgen lässt, verwendet. 

Quelle : http://de.wikipedia.org/wiki/Topfhelm 

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Topfhelm Anfang 12.Jhd.

Hier die wohl früheste Form des Topfhelms mit Nasal nach dem Siegel des Grafen Philipp von Flandern um 1180. Der Topfhelm entwikelte sich aus dem Normannenhelm, er bekam eine andere Kopfform und übernahm eigenlich nur das Nasal (Nasen Schutz) des Normannenhelms das den Kämpfer vor schlägen auf die Nase schützen sollte.

 

 

Topfhelm 12. - 13. Jhd.

Der Topfhelm wurde natürlich stehts weiterentwikelt und der Nasal wurde im laufe der Zeit durch einen vollen gesichtsschutz ersetzt der nun nicht nur die Nase sondern auch den rest des Gesichtes schützte.

 

 

Topfhelm Anfang 13. Jhd.

Da nun das Gesicht voll geschützt wurde wendete man sich dem Nackenschutz zu, bei diesem Modell ist bereits ein in die Tiefe gezogener Nackenschutz sichtbar.

 

 

Topfhelme nach 

Maciejowski-Bibel  13.Jhd.

Dieser Helmtyp kam dann einige Jahre später auf, nun mit vollem Gesichts und Nackenschutz. Die Rekonstruktion zeigt einen Helm der in der Maciejowski-Bibel, auch Kreuzfahrerbibel genannt, zu finden ist. Er hat eine zeitliche Datierung zwischen 1250 und 1290.

Ausschnitt aus der Maciejowski-Bibel 

 

 

 

Topfhelm nach dem Westminster Psalter

 

 

Topfhelm nach Originalvorlage

basierend auf dem Helm

von Dargen

 

Deutschen Historischen Museum

in Berlin  Ende 13. Anfang 14. Jhd.

Diser Helm ist einer der Letzten Typen die man noch als Topfhelm bezeichnen kann, mann sieht die spitzzulaufende Front die dafür sorgen soll einen Lanzenstoß am Helm vorbei zu leiten. Auf diesen Helmtypen fand man vermehrt die sogenannte Helmzier. Dies diente zur besseren unterscheidung im gefecht, und sollte dafür sorgen das der Träger für seine Gegner größer wirkte, und somit eine Überlegenheit ausstrahlte. Diese Helmzieren waren meist Hörner oder Tierköpfe aus holz oder änlichem Material. Bei diesem Modell ist die Helmzier frei erfunden und kann somit nicht als belegbar gelten. Dennoch ein schönnes Stück in meiner Samlung

Diese Datei "Deutsch: Topfhelm des 13. Jahrhunderts in einer Ausstellungsvitrine des Deutschen Historischen Museums in Berlin" "wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht, mein Dank für diese Aufnahme geht an Herrn " Ulrich Waack"

Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Topfhelm_DHM.jpg&filetimestamp=201103110154http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Topfhelm_DHM.jpg&filetimestamp=20110311015407

 

 

Kübelhelm in Anlehnung an die Helme

von Madeln (Schweiz)

und von Bozen (Südtirol)

Ende 13. Jhd.

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